Wählen Sie Ihre Heldin des Jahres

Neue Luzerner Zeitung -
Held des Jahres

 

Ein Leben in zwei Welten

Vor ein paar Jahren hätte noch niemand gedacht, dass Heidy Müller einmal in Indien ihr Herz verlieren würde. Die Heidy, von der Freunde gerne scherzten, dass sie schon ennet des Lopper-Tunnels Heimweh bekäme. Sie war 32 Jahre alt und selbstständige Masseurin, als sie mit einer Kollegin in die Sahara flog: ihre erste grosse Reise. Dort lernte sie eine mittellose Nomadenfamilie kennen und hatte sogleich die erste Idee: Sie begann, Reisen in die Sahara zu organisieren, von denen die Nomadenfamilie seither das ganze Jahr leben kann.
Zwei Jahre später zog es die Giswilerin wieder ins Ausland, diesmal nach Tibet zu einer Bekannten. Doch es war im Frühling letzten Jahres, als ihr das Herz gestohlen wurde. Weil sie kein Einreisevisum nach Tibet bekam, besuchte Heidy Müller ein Kloster mit angeschlossenem Waisenhaus für Knaben in Sikkim, Nordindien. Die Buben kommen aus den ärmsten Familien ins Kloster, weil ihre Eltern Essen und Unterhalt für sie nicht vermögen.

Heidy Müller quartierte sich für einen Monat dort ein, pflegte Wunden und Krankheiten mit selbst mitgebrachten Medikamenten. Danach hatte sie ursprünglich einen Sprachaufenthalt in Kanada und eine Reise in den USA geplant. Die Reise blies sie kurzerhand ab, um nach Indien zurückzukehren. Bereits zu diesem Zeitpunkt fühlte sie sich mit den Kindern verbunden, als wären es ihre eigenen. Diesmal konnte sie dank ihres Hausarzt Bruno Diller mehr Medikamente und das nötige Know-how zur Behandlung von gängigen Krankheiten mitnehmen. An einem Rindsbraten zeigte er ihr vorsichtshalber sogar, wie man eine offene Wunde näht.

Fussballschuhe für die Buben

Bei ihrer letzten Rückkehr diesen Sommer hatte Müller ein ganz besonderes Geschenk für die Buben im Gepäck: Das Luzerner Sportgeschäft Aschi Sport sponserte Fussballschuhe für jeden einzelnen. «Das war das Highlight dieses Sommers», strahlt Heidy Müller.

Für die Kinder ist es oft schwer zu verstehen, weshalb sie nicht bei ihren Familien aufwachsen können. Wenn sie nicht nur das Nötigste, sondern auch etwas für die Lebensfreude im Gepäck mitbringen kann, freut sich Heidy Müller deshalb besonders. «Ich wünsche mir, dass die Kinder wissen, dass sie willkommen sind auf dieser Welt. Dann ist meine Mission erfüllt.»

Um ihren Lieblingen möglichst gut helfen zu können, informiert Heidy Müller Interessierte an Fotoabenden und sammelt Spenden. Nächsten Sommer hat sie ein ganz spezielles Projekt geplant: mit drei Kindern aus Nepal will sie die Heimreise antreten, da diese seit sechs Jahren nicht mehr zu Hause waren. Auf den Moment des Wiedersehens freut sie sich schon heute.

 

Hier können Sie den ganzen Bericht lesen!

oder laden Sie sich den Bericht als PDF-Datei herunter!

Diesen Beitrag teilen




0